XIII. Brauchen wir eine neue Mystik?

Monika Petry: Schleier der Mystik - Wege zum erleuchteten Glauben Kap. 13
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Wir brauchen keine neue Mystik. Wir brauchen neue Mystiker. Wir brauchen Menschen mit Mut zur gelebten Mystik – von ihrer Einheit mit Gott überzeugt, um davon Zeugnis ablegen zu können. Wir brauchen Menschen, die in sich das Geheimnis des Lebens aufleuchten lassen und dieses Licht an ihre Mitmenschen weitergeben. Wir brauchen Menschen, die brennen für ihre Liebe, für ihre Leidenschaft zu Gott. Wir brauchen Menschen, die bereit sind zu einer Liebesbeziehung mit Gott.

Wir brauchen eine Kirche, genauer die Menschen in der Kirche, die uns Mystiker, die wir dem Ruf Gottes folgen und immer vorwärts schreiten, um unsere Sehnsucht zu stillen, anerkennen und unterstützen. Wir brauchen Priester und Ordensleute, die wieder selbst zu Mystikern werden und den Gläubigen die Chance geben, 'die letzte Wirklichkeit, die wir Gott nennen', zu finden und zu leben.

 

Wir brauchen Wissenschaftler, die sich zu Gott bekennen, wie beispielsweise Albert Einstein: „Das schönste und tiefste Gefühl, das wir erfahren können, ist die Wahrnehmung des Mystischen. Sie ist die Quelle aller wahren Wissenschaft. Der Mensch, der dieses Gefühl nicht kennt, der nicht mehr staunen und in Ehrfurcht gebannt vor etwas stehen kann, ist so gut wie tot. Zu wissen, dass das für uns Unergründliche wirklich existiert, sich als höchste Weisheit und strahlendste Schönheit niederschlägt, welche unser dumpfes Vermögen nur in ihren primitivsten Formen begreifen kann, dieses Wissen, dieses Gefühl bildet das Zentrum wirklicher Religiosität.“

 

Die Menschen auf der Suche nach ihrer spirituellen Identität haben den Zugang zu der Erkenntnis von Gott aus der Erfahrung verloren, und sie übersehen, dass das Christentum und sie selbst als Göttliche Wesen schon alle Weisheit in sich tragen, die sie in dem Supermarkt der Wellness-Religionen und religiösen Praktiken aus allen Herren Ländern erwerben möchten.

 

Diese Erkenntnis kann nur durch die Öffnung des Herzens für die Liebe erfahren werden. Nur so geschieht Wachstum und Reifung der Seele hin zur Erleuchtung. Wenn das allgemeine Bewusstsein der Menschen ansteigt, und dies geschieht derzeit sehr rasant, wird sich der Schleier heben, und die Erleuchtung der Vielen löst die Mystik der Wenigen ab. Die Mystik wird ihre Aura des Geheimnisvollen verlieren; genau das ist von Gott so gewollt. Er will keine Ausgrenzung, keine Bevorzugung, Er will uns alle.

 

Beginnen wir bei dem gemeinsamen Nenner aller spirituellen Errungenschaften, der da heißt: die Liebe zur unendlichen Liebe.

 

 

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Gott ist die Liebe


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„Gott allein genügt“
(Teresa von Àvila)


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