Kirche/Religion - Spiritualität

Wie in allen Religionen, so liegt auch in der Katholischen Kirche der Unterschied zwischen Religion und Spiritualität darin, dass die Spiritualität auf der persönlichen Erfahrung basiert und die Religion/die Kirche die Spiritualität „organisiert“. Zu Beginn der Katholischen Kirche gab es Visionäre, die heute als Heilige verehrt werden. Als sie jedoch zu einer Weltkirche heran wuchs, verlor sie ihre Anbindung an diese lebendige Quelle. Die Heiligen werden als Mediatoren gesehen, die die Gebete zu Gott weitervermitteln. Ihre mystischen Erlebnisse werden anerkannt, jedoch auf die heutige Zeit nicht als übertragbar angesehen.

 

In der heutigen Kirche geht es um Macht, Geld und Ego – Jesus Christus schwebt über allem, immer noch am Kreuz hängend, als wäre er nie auferstanden. Die Essenz des Christentums wird allgemein nicht vermittelt, da sie selbst von dem Klerus nicht in ihrer reinen Botschaft verstanden wird. Erleuchtete Ausnahmen haben sich in die Klöster und charismatischen Gemeinschaften zurückgezogen, die Weltpriester hoffen resigniert und einsam auf das Ewige Leben und dienen im Grunde genommen zwei Herren, Gott und dem Mammon.

 

Die Mystiker der neuen Zeit wenden sich von der organisierten Religion und insbesondere von der Institution Kirche ab. In der integralen Spiritualität haben Mediatoren und Hierarchien keinen Platz mehr; der Mystiker hat eine Hotline zu Gott. Er benötigt keinen speziellen Ort für seine Gebete, denn Gott wohnt in ihm und kann nicht außerhalb gesucht, geschweige denn gefunden werden. In der Einheit des Herzens haben die konkurrierenden Religionen erst recht keine Daseinsberechtigung.

 

Der einzige Grund, eine Kirche zu besuchen, ist die darin wirkende Kraft der Gebete und Rituale – aber leider gibt es nur noch wenige Kirchen, in denen diese Kräfte konserviert und Menschen auf der Suche fündig werden könnten. Der Trend der Zeit liegt darin, die heiligen Schwingungen durch unbewusstes weltliches Gehabe zu zerstören.

 

Konzentrieren wir uns auf unseren Tempel Gottes in unserem Herzen.