Erkenntnis Gottes durch die Schöpfung - Teil 2

Von der Supernova zur Kirche

 

Aus diesem Standpunkt heraus ist für mich die Haltung der Kleriker nicht mehr akzeptabel. Wie kann Gott, der diesen Kosmos erschaffen hat – wenn man davon ausgeht, dass Er der nie beginnende Anfang und das nie endende Ende darstellt – wie kann dieser Gott in eine im Verhältnis zum Kosmos mikroskopisch kleine Kirche eingepfercht werden? Die Männer der Kirche müssen erkennen, dass mit dem Bekanntwerden eines immer größeren Kosmos die Kirche und damit ihr Machteinfluss immer kleiner wird. Der Kosmos dehnt sich aus, das Bewusstsein der Menschen dehnt sich aus – Gott atmet sozusagen aus -, und da will die Kirche sich weiter um ihr selbst erschaffenes römisches Universum drehen, als sei sie immer noch der Nabel der Welt, und wie die schwarzen Löcher des Weltraums sich alle anderen Religionen einverleiben, mitsamt dem Geld der Leichtgläubigen? Was hat sie denn noch zu bieten? Wer hält da wen – die Priesterschaft die Gläubigen oder die Gläubigen die Priesterschaft? Während die Gläubigen in den Kirchenbänken für ihre Hirten beten, schwelgen diese in ihren weltlichen Ausschweifungen, dass kein Eckstein mehr auf dem anderen bleibt. Sie wollten eigentlich für die Seele der Menschen zuständig sein, aber sie taten dies mit Hilfe der Hölle und des Fegefeuers, und darin haben sie sich schon längst selbst verfangen. Das musste so kommen. Die Geister, die man ruft, wird man nicht mehr los, das ist das Gesetz der Resonanz. Mit Göttlicher Liebe hat das jedenfalls nichts zu tun. Wer mit einem wachen Geist und einem erwachten Bewusstsein die Schönheit der Göttlichen Schöpfung anschaut, erkennt, dass dies die größte Lüge seit 2000 Jahren ist. „Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“. (Johannes-Prolog).

 

Das kann Gott so nicht gewollt haben. Die Religion wird nicht untergehen, sie war und ist das Gerüst für die Seele, was die Welt ihr nicht geben kann, und die Menschen suchen Gott mehr denn je, aber diese Kirche wird sich sehr verändern. Vielleicht spaltet sie sich noch einmal. In die Allerweltskirche der Spaß- und Eventkultur der Mittelmäßigen und Fürsten der Materie einerseits, die in der westlichen Welt schon in vollem Gange ist, und darin schließe ich auch die Jubelkultur der Pfingstkirche mit ein, - und in die Einfachheit, wie sie in der Urkirche bis zum 4. Jahrhundert bestand, andererseits. Als die damalige Kirche institutionalisiert wurde, zogen sich die Wüstenmütter und -väter in die Einsiedeleien und Wüsten zurück; dies war der Ursprung der heutigen Klöster. Wer es heute ernst meint mit seinem Glauben und seinem eigenen Göttlichen Auftrag, kann nicht anders, als sich in die Klosterkirche und seine eigene Eremitage zurückziehen. Viele drehen der Kirche ganz den Rücken, bleiben jedoch bei Gott und Jesus Christus, die im eigenen Herzen Einzug gehalten haben, und in den schönen Tempeln nur noch besucht werden, wenn das Volk mitsamt den beflissenen Kirchenbediensteten abwesend, und somit die Stille eingekehrt ist. Es geht nicht um den Glauben, sondern darum, was die Kirche daraus gemacht hat und wie sie ihn nach außen vertritt.

 

 

Jesus – Der Sohn Gottes

 

Jesus Christus ist der Sohn Gottes, so wie wir Töchter und Söhne Gottes sind. Mit dem Unterschied, dass Jesus von Anfang an das Bewusstsein des Absoluten besaß. Jesus Christus, der Gesalbte, der Erleuchtete, brachte das Licht auf die Erde, wie auch durch den Urknall das Licht im Weltall erschien. Durch den ultimativen Urknall bei Jesu Auferstehung prägte sich sein Antlitz in die Grabtücher, die in Turin und Manopello besichtigt werden können. Aber selbst das ist kirchlich nur indirekt anerkannt. Weil man beweisen will, was menschlich nicht bewiesen werden kann. Es kann nur erkannt werden mit dem Bewusstsein des Absoluten.

 

Jeder von uns ist ein Lichtbringer. Wir tragen das Licht und die Materie des Alls in uns, das ist das Licht des all-einen Gottes. Unsere Aufgabe und unser Weg sind es, das Göttliche, absolute Bewusstsein, das Jesus Christus besaß, zu erreichen. Das betonte Jesus ständig seinen Jüngern gegenüber. Besonders in den Apokryphen war dies das Hauptthema. „Ihr könnt dasselbe erreichen, was ich erreicht habe“, waren wiederholt seine Worte. Das passte natürlich nicht zu der Unterwerfungstheologie der Kirche, und deshalb hat sie die alten Schriften abgelehnt. Aber sie sind präsent, für jeden verfügbar. Wer Ohren hat, der höre, wer Augen hat, der lese. Wenigstens das Johannes-Evangelium hat man kirchlich anerkannt, obwohl auch dieser die apokryphe Wahrheit spricht.

 

 

 

 

 

Johannesprolog:

 

Im Anfang war das Wort, /

 

und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.

 

Im Anfang war es bei Gott.

 

Alles ist durch das Wort geworden /

 

und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

 

In ihm war das Leben /

 

und das Leben war das Licht der Menschen.

 

Und das Licht leuchtet in der Finsternis /

 

und die Finsternis hat es nicht erfasst.

 

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.

 

Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.

 

Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

 

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, /

 

kam in die Welt.

 

Er war in der Welt /

 

und die Welt ist durch ihn geworden, / aber die Welt erkannte ihn nicht.

 

Er kam in sein Eigentum, /

 

aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

 

Allen aber, die ihn aufnahmen, /

 

gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben,

 

die nicht aus dem Blut, /

 

nicht aus dem Willen des Fleisches, / nicht aus dem Willen des Mannes, / sondern aus Gott geboren sind.

 

Und das Wort ist Fleisch geworden /

 

und hat unter uns gewohnt / und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, / die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, / voll Gnade und Wahrheit.

 

Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.

 

Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, /

 

Gnade über Gnade.

 

Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.

 

Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.